Schlammvulkan von Starunja: ein einzigartiges geologisches Naturdenkmal der Karpaten

Schlammvulkan von Starunja: ein einzigartiges geologisches Naturdenkmal der Karpaten

Vulkan von Starunja: Schlammkrater, Mammuts und eine Feuerbohrung

Der Schlammvulkan von Starunja ist einer jener Orte, an denen sich die gewohnte Vorstellung von den Karpaten buchstäblich innerhalb weniger Minuten verändert. Hier gibt es weder einen schneebedeckten Gipfel noch glühende Lava oder einen hohen Vulkankegel. Stattdessen blubbert die Erde leise, kleine Krater stoßen Gas, Wasser und tonhaltige Masse aus, und an manchen Stellen erscheinen Erdölspuren an der Oberfläche. Inmitten des grünen Vorkarpatien wirkt diese Landschaft so ungewöhnlich, dass man zunächst kaum glauben kann: All das geschieht nicht irgendwo in Island oder im Kaukasus, sondern in der Oblast Iwano-Frankiwsk.

Der Vulkan liegt nahe dem gleichnamigen Dorf Starunja und gehört zu einer besonderen Art geologischer Formationen — den Schlammvulkanen. Anders als bei Magmavulkanen tritt hier keine Lava an die Oberfläche, sondern ein Gemisch aus Gasen, mineralisiertem Wasser, Tonschlamm und Stoffen, die mit den örtlichen Erdöl- und Ozokeritvorkommen verbunden sind. Deshalb sollte man den Schlammvulkan von Starunja nicht als kleine Kopie eines klassischen Vulkans verstehen, sondern als eine Art natürliches «Fenster» in die geologischen Prozesse, die sich unter der Erde abspielen.

Besonders wertvoll ist Starunja wegen ihrer Einzigartigkeit in dieser Region. Sie ist der einzige bekannte aktive Schlammvulkan in der Karpatenregion, dessen Aktivität 1977 nach einem starken Erdbeben im rumänischen Vrancea-Gebirge deutlich wurde. Seitdem verändert sich die Oberfläche weiter: Einige Mikrokrater von Starunja werden aktiver, andere verstummen, während durch kleine Öffnungen Gase, Wasser und Schlamm austreten. Gerade diese Veränderlichkeit macht den Ort lebendig — sein Erscheinungsbild ist kein für immer erstarrtes Naturdenkmal.

Heute ist das geologische Naturdenkmal vor allem für Reisende interessant, die keine inszenierte touristische Kulisse, sondern eine echte Naturanomalie suchen. Hier lohnt es sich, auf den Boden zu achten, dem leisen Blubbern der kleinen Krater zu lauschen, die Farbe des Bodens zu beobachten und sich bewusst zu machen, dass man vor dem sichtbaren Ergebnis von Prozessen steht, die gewöhnlich in großer Tiefe verborgen bleiben.

Auf dieser Reise klären wir, wie der Schlammvulkan von Starunja entstanden ist, was seine Aktivierung ausgelöst hat, welche Krater heute zu sehen sind, woher Erdöl und Ozokerit stammen und was Mammuts und Wollhaarnashörner mit diesem Ort zu tun haben. Außerdem erfahren wir, wo Starunja liegt, wie man zum Vulkan gelangt, was es in der Umgebung zu sehen gibt und was man vor einer Reise zu einem der ungewöhnlichsten Naturorte der Oblast Iwano-Frankiwsk wissen sollte.


Die Geschichte Starunjas: von den Ozokeritbergwerken zum Schlammvulkan

Die Geschichte, dank der Starunja weit über die Oblast Iwano-Frankiwsk hinaus bekannt wurde, begann lange vor dem Auftreten des Schlammvulkans. Ende des 19. Jahrhunderts erregte dieser Teil des Vorkarpatien vor allem wegen seiner Ozokeritvorkommen Aufmerksamkeit — eines natürlichen Mineralwachses, das gemeinsam mit Erdöl führenden Gesteinen vorkommt. In der Umgebung des Dorfes begann man, die Lagerstätte abzubauen, Schächte anzulegen und in Gesteinsschichten vorzudringen, die jahrtausendelang vor den Menschen verborgen gewesen waren.

Gerade die industriellen Arbeiten öffneten unerwartet ein völlig anderes Kapitel der Vergangenheit der Karpaten. Unter der Erde fand man nicht nur Ozokerit, sondern auch außergewöhnlich gut erhaltene Überreste von Tieren aus der Eiszeit. Dank der salz- und bitumenreichen Gesteine konnten organische Überreste unter Bedingungen erhalten bleiben, die ihren Zerfall erheblich verlangsamten. So machte ein gewöhnliches Bergwerk Starunja zu einem der bekanntesten paläontologischen Fundorte der Ukraine.

Paläontologische Funde von Starunja in den Jahren 1907–1929

Am 5. Oktober 1907 stießen Arbeiter bei Arbeiten in einem Ozokeritbergwerk in etwa 12,5 Metern Tiefe auf die Überreste eines Mammuts in Starunja. Kurz darauf wurde in größerer Tiefe auch ein Wollhaarnashorn entdeckt. Die Funde waren so gut erhalten, dass sie die Aufmerksamkeit der Wissenschaft auf sich zogen und das kleine Dorf im Vorkarpatien in europäischen Wissenschaftskreisen bekannt machten.

Der Wert dieser Entdeckungen lag nicht nur in den Knochen selbst. In den Ablagerungen von Starunja blieben Weichteile, Haut und andere Körperteile der Tiere erhalten, die unter normalen Bedingungen kaum Zehntausende von Jahren überdauern. Das natürliche Gemisch aus Salzen, Erdölprodukten und Ozokerit wirkte praktisch wie ein Konservierungsmittel. Deshalb steht die Suchanfrage «Wo wurde das Mammut in der Ukraine gefunden?» unmittelbar mit Starunja in Verbindung — einem der bedeutendsten Fundorte dieser Art im Land.

Das wissenschaftliche Interesse an der Gegend erlosch nach der Entdeckung von 1907 nicht. 1929 wurden bei eigens organisierten Untersuchungen hier drei weitere Wollhaarnashörner entdeckt. Somit werden mit Starunja ein Mammutfund und insgesamt vier Wollhaarnashörner in Verbindung gebracht. Ein Teil dieser einzigartigen Überreste wird heute in Museumssammlungen in Lwiw und Krakau aufbewahrt.

Für heutige Touristen ist diese Geschichte auch deshalb wichtig, weil sie die Besonderheiten der örtlichen Geologie erklärt. Die paläontologischen Funde von Starunja, Ozokeritvorkommen, Erdöl, salzhaltiges Grundwasser und das spätere Auftreten des Schlammvulkans sind keine zufällige Ansammlung einzelner Phänomene, sondern verschiedene Seiten des komplexen geologischen Aufbaus dieses Gebiets.

Erdöl, Bohrlöcher und Veränderungen der unterirdischen Umwelt Starunjas

Nach dem Niedergang der Ozokeritbergwerke riss das Interesse am Untergrund nicht ab. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden auf dem Gebiet des Dorfes und in seiner Umgebung Erdölexplorationen durchgeführt und Bohrlöcher angelegt. Spuren dieser Industriegeschichte sind noch heute sichtbar: Alte Schächte, Überreste technischer Anlagen und Bohrlöcher wurden Teil der heutigen Landschaft Starunjas.

Die wirtschaftliche Tätigkeit des Menschen konnte die Zirkulation von Grundwasser und Gasen beeinflussen, doch die Entstehung des Vulkans sollte nicht ausschließlich mit alten Schächten oder Bohrungen erklärt werden. Für ein solches Phänomen müssen natürliche geologische Bedingungen zusammentreffen: Erdöl- und Erdgas führende Gesteine, mineralisierte Wässer, plastische Tone, Klüfte und Druck im Untergrund. Deshalb werden bei der Entstehung des Schlammvulkans von Starunja sowohl natürliche geologische Faktoren als auch ein möglicher Einfluss der jahrzehntelangen wirtschaftlichen Tätigkeit berücksichtigt.

Das Erdbeben von 1977 und das Auftreten des aktiven Schlammvulkans in Starunja

Eine neue Etappe in der Geschichte der Gegend begann 1977. Nach einem starken Erdbeben in der seismisch aktiven Vrancea-Zone auf dem Gebiet Rumäniens trat in Starunja plötzlich eine deutliche Schlammvulkanaktivität auf. An der Oberfläche bildeten sich Krater, aus denen Gase, mineralisiertes Wasser und tonhaltige Masse austraten. Von diesem Zeitpunkt an wird üblicherweise die moderne Geschichte des aktiven Schlammvulkans in den Karpaten angesetzt. Bemerkenswert ist, dass hier kein riesiger Vulkankegel entstand, wie man ihn beim Wort «Vulkan» erwarten könnte. Die Aktivität verteilte sich auf kleine Öffnungen und Mikrokrater. Ihre Intensität kann sich verändern: Einige bleiben aktiv, andere verstummen vorübergehend, während an der Oberfläche weiterhin Wasser, Gas, Tonschlamm und Erdölbestandteile austreten.

Das geologische Naturdenkmal Starunja seit 1984

Die Einzigartigkeit des Gebiets wurde 1984 offiziell anerkannt, als Starunja den Status eines geologischen Naturdenkmals von nationaler Bedeutung erhielt. Das Schutzgebiet umfasst etwa 60 Hektar und vereint mehrere wichtige Bestandteile des natürlichen und wissenschaftlichen Erbes: Schlammvulkanerscheinungen, Erdöl- und Ozokeritvorkommen, paläontologische Funde sowie Spuren früherer wirtschaftlicher Tätigkeit.

Gerade diese Vielschichtigkeit macht den Schlammvulkan im Vorkarpatien weitaus interessanter, als er auf den ersten Blick erscheinen mag. Seine Geschichte begann weder 1977 noch mit den ersten Bergwerken des 19. Jahrhunderts. Unter den Füßen liegt hier eine Chronik von Zehntausenden Jahren: von Mammuts und Wollhaarnashörnern über Ozokeritbergwerke und Erdölbohrungen bis zu geologischen Prozessen, die bis heute andauern.


Natürliche Besonderheiten des Schlammvulkans von Starunja

Der Schlammvulkan in Starunja ähnelt keineswegs einem klassischen Vulkan mit Lavaströmen. Sein wichtigstes Merkmal sind kleine Schlammkrater und Öffnungen im Boden, durch die langsam Gase, mineralisiertes Wasser, Tonschlamm, Sole und gelegentlich auch Erdölbestandteile an die Oberfläche gelangen. Deshalb beeindruckt dieser Naturort nicht durch seine Größe, sondern durch das ungewöhnliche Verhalten der Erde selbst.

Aus der Ferne kann das Gelände wie ein gewöhnliches Sumpfgebiet wirken. Doch sobald man näher kommt, werden kleine Vertiefungen, Flecken mit freiliegendem Boden, Salzablagerungen und Stellen sichtbar, an denen die Oberfläche gelegentlich blubbert. Durch solche Erscheinungen scheint der aktive Schlammvulkan in den Karpaten geradezu zu «atmen», indem er Stoffe aus tieferen geologischen Schichten ausstößt.

Anders als bei Magmavulkanen gibt es in Starunja keinen einzigen riesigen Schlot. Die vulkanische Aktivität verteilt sich auf mehrere kleine Zentren. Nach heutigen Beobachtungen gibt es auf dem Gebiet ungefähr ein Dutzend aktive Mikrokrater und etwa zwölf weitere inaktive. Ihr Zustand ist nicht dauerhaft gleich: Einzelne Öffnungen können aktiver werden, während andere nahezu vollständig verstummen.

Die aktivsten Stellen erinnern an kleine Schlammschalen oder Vertiefungen im Boden. Darin sind Wasser und tonhaltige Masse zu erkennen, auf deren Oberfläche Gasblasen erscheinen. Manchmal treten sie nur selten auf, manchmal bewegt sich die Oberfläche nahezu ununterbrochen. Gerade diese Unvorhersehbarkeit macht den Vulkan von Starunja so interessant: Hier gibt es keinen Ausstellungsmechanismus, der nach Fahrplan startet — alles hängt von den natürlichen Prozessen unter der Erde ab.

Auch die wichtigste Schlammerscheinung sollte man sich nicht als großen Krater vorstellen, zu dem man einen Hang hinaufsteigen muss. Es handelt sich um eine relativ niedrige Formation, und die aktiven Bereiche liegen recht kompakt beieinander. Deshalb gehen Touristen manchmal daran vorbei, ohne sofort zu erkennen, dass vor ihnen ein echter aktiver Schlammvulkan liegt.

Sole und mineralisierte Wässer von Starunja

Eine der charakteristischen Besonderheiten der Gegend ist die Sole von Starunja, also natürliches Wasser mit einem sehr hohen Gehalt an gelösten Mineralsalzen. Sie tritt zusammen mit anderen unterirdischen Fluiden an die Oberfläche und kann nach der Verdunstung helle Salzkrusten hinterlassen.

Die hohe Mineralisierung ist auch ohne spezielle Ausrüstung deutlich zu erkennen. In der Nähe einiger aktiver Krater gibt es deutlich weniger Vegetation als in der Umgebung, und einzelne Bodenflächen wirken nahezu leblos. Der Grund ist einfach: Der Salzüberfluss schafft für die meisten gewöhnlichen Pflanzen ungünstige Bedingungen. Dadurch entstehen rund um die aktiven Austrittsstellen kleine Flecken einer eigentümlichen «Mondlandschaft», die einen starken Kontrast zu den grünen Hügeln des Vorkarpatien bilden.

Gase, Erdöl und Ozokerit in den Schlammauswürfen von Starunja

Die Gase des Vulkans von Starunja steigen durch Klüfte und Kanäle im Gestein an die Oberfläche. Beim Durchströmen von Wasser und tonhaltiger Masse bilden sie charakteristische Blasen, durch die die Krater lebendig wirken. Dieses leise Blubbern ist für Touristen oft das erste Zeichen dafür, dass vor ihnen keine gewöhnliche Pfütze, sondern eine aktive geologische Erscheinung liegt.

Ein weiteres Merkmal, das den Schlammvulkan in den Karpaten von vielen anderen Naturdenkmälern unterscheidet, ist seine unmittelbare Verbindung zu Erdöl- und Ozokerit führenden Gesteinen. Zusammen mit Wasser, Gas und Ton können Erdöl und Ozokerit des Vulkans von Starunja oder deren Bestandteile an die Oberfläche gelangen.

Deshalb ist die Farbe der Flüssigkeit und der Schlammmasse nicht immer gleich. Man kann gelbliche, graue, braune und dunkle Töne, einen öligen Film sowie ungewöhnliche Ablagerungen an der Oberfläche sehen. Für Geologen sind dies Hinweise auf die Zusammensetzung des Untergrunds, für Touristen eine Möglichkeit, Stoffe buchstäblich zu sehen, die gewöhnlich unter Hunderten Metern Gestein verborgen liegen.

Der tonig-bituminöse Vulkan und die im Schlamm verborgenen Mineralien

Aufgrund der Art seiner Auswürfe wird Starunja manchmal als Lehm-Bitumen-Vulkan bezeichnet. Das beschreibt sein äußeres Merkmal gut: Hier verbinden sich plastischer Lehm, mineralisierte Wässer und Stoffe petrochemischen Ursprungs. Die wichtigste wissenschaftliche Bezeichnung des Objekts bleibt jedoch Schlammvulkan.

Die Zusammensetzung seiner Auswürfe ist weitaus interessanter, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. In der tonhaltigen Masse fanden Forschende verschiedene Mineralien, darunter Pyrit, Baryt, Gips, Calcit, Fluorit und Schwefelverbindungen, während sich in den Salzkrusten Mineralien finden, die mit einer hohen Salzkonzentration verbunden sind. So bringen die kleinen Krater einen besonderen mineralischen «Querschnitt» des örtlichen Untergrunds an die Oberfläche.

Warum sich der Schlammvulkan in den Karpaten ständig verändert

Das interessanteste natürliche Merkmal von Starunja ist seine Veränderlichkeit. Schlammvulkane sind dynamische geologische Systeme: Unterirdischer Druck, die Bewegung von Wasser und Gasen, der Zustand der Gesteinsklüfte sowie seismische Schwingungen können die Intensität der Austritte beeinflussen. Deshalb kann ein und dasselbe Gebiet nach einiger Zeit anders aussehen.

An der Oberfläche können neue Risse entstehen, die Wassermenge in den kleinen Kratern kann sich verändern oder die Gasfreisetzung kann zunehmen. Genau deshalb ist das geologische Naturdenkmal Starunja nicht nur als Ausflugsziel interessant, sondern auch als natürliches Labor, in dem sich Prozesse beobachten lassen, die gewöhnlich weitab vom menschlichen Blick stattfinden.

Und genau darin liegt die größte Attraktivität von Starunja. Vor der reisenden Person erhebt sich weder ein gewaltiger Berg noch eine grandiose Schlucht — stattdessen gibt es ein kleines Stück Land, das ständig daran erinnert, dass die Karpaten nicht nur an der Oberfläche leben. Unter den grünen Hügeln bewegen sich Wasser und Gase, Mineralien, Erdöl und Salze treten miteinander in Wechselwirkung, und durch die kleinen Krater gelangt ein Teil dieser verborgenen Welt nach außen.


Vulkane der Ukraine: Als unsere Erde tatsächlich Feuer spuckte

Wenn der Schlammvulkan Starunja als Vulkan bezeichnet wird, könnte man leicht denken, dies sei beinahe die einzige Verbindung der Ukraine zu vulkanischen Erscheinungen. Tatsächlich ist die geologische Geschichte unseres Landes weitaus dramatischer. In verschiedenen Erdzeitaltern waren hier echte magmatische Vulkane aktiv, basaltische Lavaströme ergossen sich, vulkanische Asche und Tuffe lagerten sich ab, und Magma bahnte sich durch tiefe Brüche der Erdkruste seinen Weg an die Oberfläche.

Es geht dabei nicht um Tausende oder gar Millionen Jahre menschlicher Geschichte. Die ältesten Spuren des Vulkanismus auf dem Gebiet der heutigen Ukraine sind über drei Milliarden Jahre alt. In dieser unvorstellbar langen Zeit veränderten sich Kontinente und Ozeane, Gebirgssysteme entstanden und zerfielen, und das Gebiet, auf dem heute ukrainische Städte, Felder und Wälder liegen, befand sich wiederholt in Regionen intensiver magmatischer Prozesse.

Die Frage «Gab es in der Ukraine echte Vulkane?» hat daher eine völlig eindeutige Antwort: ja. Die vulkanische Geschichte des Gebiets der heutigen Ukraine umfasst nahezu die gesamte geologische Zeitskala — vom Archaikum bis zum vergleichsweise jungen neogenen Vulkanismus Transkarpatiens.

Der Paläovulkan Apollonius — einer der ältesten Vulkankomplexe der Ukraine

Eines der eindrucksvollsten Zeugnisse des urzeitlichen Vulkanismus ist der Paläovulkan Apollonius in der Oblast Dnipropetrowsk. Heute gibt es hier keinen Vulkankegel, keinen Krater und keinen Lavasee mehr — Milliarden Jahre der Erosion und geologischer Veränderungen haben die ursprüngliche Landschaft nahezu ausgelöscht. In den alten Gesteinen sind jedoch Spuren vulkanischer Aktivität erhalten geblieben: veränderte Lavamassen, Tuffe, pyroklastisches Material und andere vulkanogene Bildungen.

Ein Teil dieser Gesteine ist ungefähr 3,1 Milliarden Jahre alt. Zum Vergleich: Dinosaurier erschienen erst vor etwa 230 Millionen Jahren. Zwischen der Aktivität des Paläovulkans Apollonius und den ersten Dinosauriern liegen also fast drei Milliarden Jahre geologischer Geschichte.

Damals sah die Erde völlig anders aus. Die heutigen Kontinente, die Karpaten, das Schwarze Meer und die uns vertrauten Ökosysteme existierten noch nicht. Ein Teil des archaischen Vulkanismus fand unter Wasser statt, wie charakteristische Strukturen alter Laven belegen. Man sollte sich daher nicht einen riesigen Kegel vorstellen, der sich über der heutigen Oblast Dnipropetrowsk erhob, sondern ein komplexes System aus alten Vulkanzentren, Lavaströmen und Unterwasserausbrüchen.

Der Ukrainische Schild bewahrt Spuren von Vulkanen, die über drei Milliarden Jahre alt sind

Der Paläovulkan Apollonius steht in Verbindung mit einer weitaus größeren geologischen Struktur — dem Ukrainischen Schild. Er ist einer der ältesten Teile der Erdkruste Osteuropas, an dem Gesteine archaischen und proterozoischen Alters an die Oberfläche treten. Der Ukrainische Schild selbst kann nicht als Überrest eines einzigen gigantischen Vulkans bezeichnet werden. Er entstand durch zahlreiche komplexe geologische Prozesse. In seinem Gebiet sind jedoch alte vulkanogene Komplexe erhalten, die belegen, dass einzelne Regionen der heutigen Ukraine vor über drei Milliarden Jahren intensiven Magmatismus erlebten.

In genau diesen Gesteinen lesen Geologen heute buchstäblich die ältesten Seiten der Geschichte unseres Teils des Planeten. Die alten Laven haben sich längst in metamorphe Gesteine verwandelt, die Vulkangebirge wurden durch Erosion abgetragen, doch ihr geochemischer und struktureller «Abdruck» ist erhalten geblieben.

Der Dnipro-Donez-Rift: Vulkanismus vor etwa 370 Millionen Jahren

Die nächste große Etappe des Vulkanismus auf dem Gebiet der Ukraine steht mit der Entstehung der Dnipro-Donez-Senke in Verbindung. Vor etwa 370–360 Millionen Jahren, im späten Devon, begann die Erdkruste in dieser Region sich zu dehnen und aufzubrechen. So entstand ein großer Rift – eine Zone tiefer Brüche, durch die Magma aus dem Erdinneren aufsteigen konnte. Die vulkanische Aktivität hatte hier oft nicht die Form, die wir uns anhand heutiger hoher Kegel vorstellen. Eine bedeutende Rolle spielten Spalteneruptionen: Das Magma trat entlang langgestreckter Brüche aus und breitete sich in basaltischen Lavaströmen aus.

Mancherorts bildeten sich auch einzelne vulkanische Bauwerke, doch das wichtigste Merkmal war der großräumige Magmatismus, der mit der Dehnung der Erdkruste verbunden war. Später füllte sich der Rift mit einer gewaltigen Schicht sedimentärer Gesteine, sodass die meisten vulkanischen Strukturen tief unter der Erde zu liegen kamen.

Karadag und Fiolent — Spuren jurassischer Vulkane der Ukraine

Eine weitere bedeutende Etappe ereignete sich vor etwa 170 Millionen Jahren im Jura. Intensiver Magmatismus erfasste einen Teil des Gebiets der heutigen Krim. Mit ihm verbunden sind die berühmten Vulkankomplexe des Karadag und der Region Fiolent.

Der Karadag ist heute eines der eindrucksvollsten Beispiele für urzeitlichen Vulkanismus. Das komplexe Relief, die Felstürme, vulkanischen Gesteine, Lavaformationen und alten magmatischen Strukturen sind Überreste von Prozessen, die hier im Mittleren Jura stattfanden. Auch in der Region Fiolent sind Lavamassen, Gänge und andere Gesteine erhalten, die mit dem jurassischen Magmatismus verbunden sind.

Was heute wie malerische Felsen über dem Meer aussieht, war einst Teil einer aktiven geologischen Umgebung. Millionen Jahre der Erosion zerstörten die ursprünglichen Vulkanbauten, legten jedoch deren inneren Aufbau frei — einen einzigartigen natürlichen Querschnitt durch einen alten Vulkan.

Der Wyhorlat-Hutyn-Kamm — die jüngsten erloschenen Vulkane der Ukraine

Das jüngste großräumige Kapitel des magmatischen Vulkanismus auf dem Gebiet der heutigen Ukraine ist mit Transkarpatien verbunden. Hier erstreckt sich der vulkanische Wyhorlat-Hutyn-Kamm – ein Teil des großen Vulkanbogens der Karpatenregion. Während des Miozäns war hier ein ganzes System vulkanischer Zentren aktiv. Dazu gehören die Gebiete der heutigen Massive Makovyzja, Synjak, Antaliwska Poljana, Poprytschnyj und anderer vulkanischer Bauwerke Transkarpatiens. Die Eruptionen formten Lavaströme, Tuffe, Vulkankuppeln und mächtige Schichten vulkanogener Gesteine.

Dieser Vulkanismus ist deutlich jünger als der Paläovulkan Apollonius oder die jurassischen Vulkane der Krim. Die letzten Anzeichen magmatischer Aktivität in diesem Teil der Karpaten traten vor etwa 5–6 Millionen Jahren auf. Nach geologischen Maßstäben ist das eine vergleichsweise jüngere Vergangenheit. Heute sind diese erloschenen Vulkane Transkarpatiens von Wäldern, Dörfern, Weinbergen und Wanderwegen bedeckt. Man könnte kaum ahnen, dass sich unter den malerischen grünen Hängen das Fundament eines einstigen Vulkanbaus verbirgt.

Gibt es heute aktive magmatische Vulkane in der Ukraine?

Heute gibt es auf dem Gebiet der Ukraine keine bekannten aktiven magmatischen Vulkane. Der Karadag, die alten Vulkankomplexe des Ukrainischen Schildes und die Vulkane Transkarpatiens sind längst erloschen, und die Erosion hat ihr ursprüngliches Erscheinungsbild im Laufe von Millionen und Milliarden Jahren stark verändert. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass alle vulkanischen Erscheinungen nur der fernen Vergangenheit angehören. In der Ukraine gibt es Schlammvulkane, insbesondere auf der Kertsch-Halbinsel, und der Schlammvulkan in Starunja bleibt ein aktives geologisches Objekt der Karpatenregion.

Wichtig ist nur, diese beiden Erscheinungen nicht zu verwechseln. Ein magmatischer Vulkan bezieht sein Material aus tief liegenden Magmasystemen und kann Lava, Asche und pyroklastische Gesteine ausstoßen. Ein Schlammvulkan funktioniert anders: Unter Druck treten Gase, Wasser, Lehm und andere unterirdische Fluide an die Oberfläche. Daher ist Starunja keine junge Fortsetzung der alten Vulkane Transkarpatiens, sondern ein eigenständiges geologisches System mit einem anderen Entstehungsmechanismus.

Von den Paläovulkanen bis Starunja — über drei Milliarden Jahre geologischer Geschichte

Betrachtet man das gesamte Bild, wird deutlich, wie vielfältig die geologische Geschichte des Gebiets der heutigen Ukraine war. Vor etwa 3,1 Milliarden Jahren waren vulkanische Zentren im mittleren Dniprogebiet aktiv. Vor rund 370 Millionen Jahren begleitete intensiver Magmatismus die Entstehung des Dnipro-Donez-Rifts. Vor etwa 170 Millionen Jahren formte vulkanische Aktivität die Komplexe des Karadag und anderer Regionen der Krim, und noch vor einigen Millionen Jahren waren die Vulkane Transkarpatiens aktiv.

Heute sind all diese magmatischen Systeme erloschen. Ihre Krater wurden zerstört, die Lavafelder durch geologische Prozesse umgewandelt, und an den Orten der einstigen Vulkane wachsen Wälder und liegen Siedlungen. Doch die alten Gesteine bewahren noch immer die Erinnerung an eine Zeit, in der einzelne Teile unseres Landes buchstäblich durch Feuer geformt wurden.

Vor diesem Hintergrund wird der Vulkan Starunja noch interessanter. Er schleudert kein Magma aus und gehört nicht zu dieser alten vulkanischen Geschichte, ermöglicht es aber, eine andere Form der Aktivität im Erdinneren direkt heute zu beobachten. Eine kleine Gasblase in einem Schlammkrater wirkt neben den vorgestellten Strömen alter Lava unscheinbar, erinnert jedoch an dasselbe: Der Planet unter unseren Füßen war niemals völlig unbeweglich.


Schlammvulkan Starunja: Kurzinformationen für Reisende

Ein Ausflug zum Schlammvulkan Starunja erfordert weder einen eigenen Tag noch eine aufwendige touristische Vorbereitung. Es handelt sich um ein überschaubares Naturziel, das sich bequem in eine Reiseroute durch das Karpatenvorland zusammen mit anderen sehenswerten Orten der Oblast Iwano-Frankiwsk oder der Ukraine integrieren lässt. Zugleich sollte man hier keinen ausgestatteten Touristenkomplex mit Kassen, befestigten Wegen und umfassender Serviceinfrastruktur erwarten — der größte Wert von Starunja liegt gerade in seinem natürlichen Charakter.

  • Art des Ziels: geologisches Naturdenkmal von nationaler Bedeutung, aktiver Schlammvulkan.
  • Lage: Dorf Starunja, Gemeinde Bohorodtschany, Rajon Iwano-Frankiwsk, Oblast Iwano-Frankiwsk.
  • Körperliche Schwierigkeit: bei trockenem Wetter leicht; nach Regen kann das Fortbewegen auf unbefestigten Abschnitten deutlich weniger komfortabel sein.
  • Budget: niedrig — die wichtigsten Kosten entfallen auf Anreise, Kraftstoff oder öffentliche Verkehrsmittel.
  • Beste Reiseart: Ausflug mit dem Auto oder Teil einer eintägigen Route zu sehenswerten Orten im Karpatenvorland.

Wie viel Zeit benötigt man für den Besuch des Vulkans Starunja?

Der Vulkan von Starunja selbst nimmt keine große Fläche ein, sodass etwa eine halbe Stunde für einen schnellen ersten Eindruck ausreichen kann. Dennoch sollte man es hier nicht eilig haben. Wer die aktiven Mikrok­rater aufmerksam betrachtet, nach Salzablagerungen sucht, die Austritte von Sole und Erdöl erkundet, Fotos macht und die nähere Umgebung zu Fuß entdeckt, sollte etwas mehr Zeit einplanen.

Wenn man die Route um den brennenden Bohrbrunnen, Orte aus der Geschichte der Ozokeritgewinnung oder weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Starunja ergänzt, lässt sich der Ausflug problemlos zu einem vollwertigen Teil einer eintägigen Reise durch die Region Iwano-Frankiwsk machen.


Was man in Starunja sehen und rund um den Schlammvulkan unternehmen kann

Der Vulkan von Starunja ist kein Reiseziel, an dem man hektisch ein Dutzend Sehenswürdigkeiten abklappern und überall einen Haken setzen muss. Am interessantesten wird es hier, wenn man langsamer wird und den Boden aufmerksam betrachtet. Kleine Krater, Gasblasen, Salzablagerungen, dunkle Ölspuren und nahezu vegetationslose Flächen bilden eine Landschaft, die sich deutlich von den grünen Karpaten unterscheidet.

Deshalb beschränkt sich die Antwort auf die Frage, was man in Starunja sehen kann, nicht auf einen einzigen zentralen Krater. Auf dem vergleichsweise kleinen Gebiet lassen sich verschiedene Erscheinungsformen geologischer Aktivität, ein alter Ölbohrbrunnen, Spuren der industriellen Vergangenheit sowie ein Gebiet von großer paläontologischer und archäologischer Bedeutung entdecken.

Der Hauptgrund für eine Fahrt nach Starunja ist natürlich der Schlammvulkan. Suchen Sie hier nicht nach einem riesigen Krater oder einem hohen Vulkankegel: Die Aktivität verteilt sich auf kleine Mikrok­rater und Schlammaustritte. Einige davon können wie kleine, mit grauer oder brauner Flüssigkeit gefüllte Vertiefungen im Boden aussehen, auf deren Oberfläche von Zeit zu Zeit Blasen aufsteigen.

Bleiben Sie einige Minuten an einem aktiven Bereich stehen. Wer nur schnell vorbeigeht, bemerkt die Bewegung möglicherweise überhaupt nicht. Das Gas tritt unregelmäßig aus: Eine Blase platzt fast lautlos, dann beruhigt sich die Oberfläche für eine Weile, bevor sie an einer anderen Stelle wieder in Bewegung gerät. Gerade in solchen kleinen Details zeigt sich der Charakter des aktiven Vulkans in der Region Iwano-Frankiwsk.

Den brennenden Bohrbrunnen «Nadija» in Starunja sehen

Eines der eindrucksvollsten Objekte in der Nähe des Vulkans ist der alte Öl- und Gasbohrbrunnen «Nadija». Seine Geschichte ist mit der industriellen Erschließung der Ölfelder im Karpatenvorland verbunden. Nach Abschluss der Arbeiten wurde der Bohrbrunnen seinerzeit nicht ordnungsgemäß stillgelegt, weshalb bis heute Erdgas und eine geringe Menge Erdöl an die Oberfläche gelangen. Damit sich das Gas nicht ansammelt, zünden es die Einheimischen regelmäßig an, sodass über dem Bohrbrunnen eine charakteristische Flamme entsteht.

Der brennende Bohrbrunnen von Starunja hinterlässt bei Reisenden oft einen noch stärkeren ersten Eindruck als die kleinen Schlammkrater. Eine Flamme, die mitten in der offenen Landschaft des Karpatenvorlands brennt, wirkt ungewöhnlich. Wichtig ist jedoch, ihre Herkunft richtig zu verstehen: Es handelt sich weder um Feuer aus dem Vulkanschlot noch um einen «brennenden Krater», sondern um Erdgas, das aus einem alten Bohrbrunnen austritt.

Für Fotos ist der brennende Bohrbrunnen von Starunja eines der ausdrucksstärksten Motive der Route: Eine lebendige Flamme vor Hügeln und weitem Himmel ergibt ein Bild, das ganz und gar nicht an die vertrauten Landschaften der Karpaten erinnert. Gleichzeitig handelt es sich um einen aktiven Erdgasaustritt und nicht um eine touristische Installation. Nähern Sie sich der Flamme nicht, berühren Sie die Ausrüstung nicht, zünden Sie das Gas nicht selbst an und versuchen Sie nicht, in irgendeiner Weise in den Betrieb des Bohrbrunnens einzugreifen.

Gerade die Verbindung aus Schlammkratern und dem brennenden Bohrbrunnen «Nadija» macht Starunja zu einem so ungewöhnlichen Reiseziel. Auf kleinem Raum lassen sich gleich mehrere Erscheinungsformen dessen beobachten, was sich im Untergrund des Karpatenvorlands verbirgt: Gas tritt aus und brennt, an der Oberfläche erscheint Erdöl, und in der Nähe blubbern leise die Schlamm-Mikrokrater. Dies ist ein Ort, an dem man Geologie nicht nur im Lehrbuch lesen, sondern buchstäblich vor Augen sehen kann.

Durch das Gebiet des geologischen Naturdenkmals Starunja spazieren

Starunja ist nicht nur für Paläontologen interessant. Hier befindet sich das mehrschichtige archäologische Bodendenkmal «Starunja I», bei dessen Erforschung zahlreiche Steinart­efakte und Spuren der Anwesenheit früher Menschen gefunden wurden. Dies ist eine weitere Zeitschicht der Landschaft, die leicht übersehen wird, wenn man Starunja ausschließlich als «den Ort mit dem Vulkan» wahrnimmt. Beschränken Sie Ihren Besuch daher nicht auf ein Foto an einem einzigen aktiven Krater. Das Schutzgebiet des geologischen Naturdenkmals Starunja ist deutlich größer als der Vulkan selbst, und ein gemächlicher Spaziergang vermittelt ein besseres Verständnis für den Charakter dieser Landschaft.

Achten Sie auf wechselnde Bodenfarben, sumpfige Flächen, alte technische Spuren und vegetationslose Stellen. Ein Teil dessen, was auf den ersten Blick wie eine unebene Brachfläche wirkt, hängt unmittelbar mit dem geologischen Aufbau des Gebiets sowie mit dem früheren Ozokerit- und Erdölabbau zusammen. Dieses Ausflugsformat eignet sich besonders für alle, die sich für Geologie, Naturwissenschaften oder ungewöhnliche Orte in der Ukraine interessieren. Das Interesse entsteht hier nicht durch die Größe des Objekts, sondern durch die Erkenntnis, wie viele verschiedene Prozesse sich unter einer kleinen Landfläche verbergen.

Den Park der Eiszeit in Starunja besuchen

Im Jahr 2019 begann man in Starunja mit der praktischen Umsetzung des Konzepts für einen Park der Eiszeit und stellte thematische Figuren eines Mammuts, eines Wollnashorns und weiterer Vertreter der urzeitlichen Fauna auf. Der weitläufige wissenschaftlich-touristische Komplex, den das ursprüngliche Konzept vorsah, ist jedoch bis heute nicht vollständig realisiert.

Das Entstehen eines solchen Parks an diesem Ort ist keineswegs zufällig. Gerade in Starunja wurden außergewöhnlich gut erhaltene Überreste von Mammuts und Wollnashörnern gefunden. Die Figuren prähistorischer Tiere haben daher eine reale historische Grundlage und erinnern an die Zeit, als große Vertreter der Eiszeitfauna durch das Gebiet des heutigen Karpatenvorlands streiften. Für Touristen kann der Park der Eiszeit eine gute Ergänzung zu einem Spaziergang am Schlammvulkan sein. Besonders Familien mit Kindern werden diesen Ort interessant finden: Die großen Figuren prähistorischer Tiere machen die Bewohner der Karpatenregion vor Zehntausenden von Jahren anschaulich vorstellbar, und die Geschichte ihrer Entdeckung verwandelt eine gewöhnliche Fotokulisse in eine kleine naturkundliche Freiluftstunde.

Tatsächlich sind auf dem vergleichsweise kleinen Gebiet gleich mehrere verschiedene historische Epochen vereint. Die Mammutfiguren erinnern an die Eiszeit, die alten Bergwerke an die Zeit des intensiven Ozokeritabbaus, die Ölbohrbrunnen an die industrielle Erschließung des Karpatenvorlands, und die aktiven Mikrok­rater zeigen geologische Prozesse, die bis heute andauern. Deshalb wird die Idee, rund um Starunja einen wissenschaftlich-rekreativen Komplex zu schaffen, bereits seit vielen Jahren diskutiert. Bei einer weiteren Entwicklung der Routen, Informationstafeln, Aussichtspunkte und touristischen Infrastruktur hat dieses Gebiet das Potenzial, zu einem der interessantesten Zentren für geologischen, paläontologischen und Bildungstourismus in der Region Iwano-Frankiwsk zu werden.


Was man in der Umgebung von Starunja sehen kann: interessante Sehenswürdigkeiten der Karpaten

Eine Fahrt zum Vulkan von Starunja muss keineswegs nach der Besichtigung der Krater und des brennenden Bohrbrunnens enden. Dieser Teil der Region Iwano-Frankiwsk ist praktisch, weil sich auf einer einzigen Autoroute ganz unterschiedliche Orte verbinden lassen: ein geologisches Naturdenkmal, ein altes Kloster, Bergwasserfälle und die Ruinen einer mittelalterlichen Festung. Wenn Sie also eine eintägige Reise durch das Karpatenvorland planen, sollten Sie nicht versuchen, alles auf einmal zu sehen. Nach Starunja empfiehlt es sich, eine Richtung zu wählen: entweder nach Manjawa zu Natur und Geschichte zu fahren oder die Route in Richtung Nadwirna und der Karpatenwasserfälle fortzusetzen. So bleibt die Reise abwechslungsreich, ohne zu einer ununterbrochenen Hetzjagd zwischen Punkten auf der Karte zu werden.

Das Manjawa-Skit — ein altes Kloster unweit von Starunja

Einer der bekanntesten Orte in diesem Teil des Karpatenvorlands ist das Manjawa-Skit, dessen Geschichte bis an den Anfang des XVII. Jahrhunderts zurückreicht. Die Klosteranlage liegt inmitten eines Karpatenwaldes und ist von Steinmauern mit Wehrtürmen umgeben, sodass sie von außen teilweise an eine Bergfestung erinnert.

Einst war das Skit ein bedeutendes geistliches und kulturelles Zentrum Galiziens. Hier gab es eine Bibliothek, Handwerk und Ikonenmalerei wurden gepflegt, und mit dem Kloster ist die Geschichte der berühmten Ikonostase von Bohorodtschany verbunden, die von Meistern unter der Leitung von Jow Kondselewitsch geschaffen wurde. Auch Reisende, die keine Pilgerfahrt planen, finden das Manjawa-Skit wegen seiner Architektur, der Berglandschaft und der völlig anderen Atmosphäre nach der geologischen Landschaft von Starunja interessant. An einem Tag lässt sich erleben, wie vielfältig diese Region ist: von blubberndem Boden und Erdölaustritten bis zu einem stillen Klosterhof mitten im Wald.

Der Manjawa-Wasserfall — eine natürliche Fortsetzung der Starunja-Route

Wer sich nach dem Vulkan von Starunja nach mehr Karpatenlandschaft sehnt, findet mit dem Manjawa-Wasserfall eine der besten Möglichkeiten, die Reise fortzusetzen. Er liegt im Oberlauf des Flusses Manjawka, inmitten von Tannen-Buchen-Wäldern und einer felsigen Schlucht. Das Wasser stürzt aus etwa 18 Metern Höhe und bildet am Fuß ein kleines natürliches Becken. Besonders kraftvoll ist der Wasserfall im Frühling und nach längeren Regenfällen. In trockeneren Zeiten fließt das Wasser ruhiger, dafür lassen sich die Pfade leichter begehen und die geschichteten Felsen der Schlucht besser betrachten. Schon der Weg zum Wasserfall ist ein eigener Teil der Reise: Das letzte Stück legen viele Wanderer zu Fuß auf einem Waldweg zurück.

Das Manjawa-Skit und der Wasserfall lassen sich gut miteinander verbinden. Wenn genügend Zeit vorhanden ist, sollte man sie als eine gemeinsame Route betrachten: zuerst das Kloster besichtigen und anschließend vom historischen Teil der Strecke in die Natur wechseln.

Die Burg Pniw — Ruinen einer alten Festung bei Nadwirna

Geschichtsinteressierte sollten die Route zur Burg Pniw bei Nadwirna fortsetzen. Einst war sie eine der mächtigsten Verteidigungsanlagen der Region. Die Festung hatte einen unregelmäßigen fünfeckigen Grundriss, massive Mauern und Wehrtürme; ins Innere gelangte man über eine Brücke über den Graben. Die Burg ist nicht vollständig erhalten, doch die Überreste der Mauern und Türme vermitteln noch immer eindrucksvoll die Größe der alten Befestigungsanlage. Restaurierte Prunksäle oder Museumsausstellungen hinter jeder Tür gibt es hier nicht — den größten Eindruck hinterlassen die Ruinen selbst, der Stein und die Berglandschaft ringsum.

Dieser Kontrast lässt sich besonders gut mit einer Route durch Starunja verbinden. Am Morgen kann man das natürliche geologische Naturdenkmal der Region Iwano-Frankiwsk erkunden und wenige Stunden später zwischen den Überresten der Wehrarchitektur vergangener Jahrhunderte spazieren.

Die Wasserfälle Krapel­kowy und Buchtiwez — eine weitere Route in die Karpaten

Wenn die Natur das Hauptziel der Reise ist, kann man die Route bis ins Tal des Flusses Buchtiwez fortsetzen. Hier liegen gleich zwei Wasserfälle nahe beieinander — der Krapelkowy-Wasserfall und der Buchtiwez-Wasserfall.

Der Krapelkowy-Wasserfall ist etwa 10 Meter hoch und verdankt seinen Namen der besonderen Art, wie das Wasser fließt: Es stürzt nicht immer als geschlossene Wand hinab, sondern verteilt sich in zahlreiche feine Ströme und Tropfen. Der Wasserfall liegt verborgen zwischen Flyschfelsen, Moos und dichtem Grün, weshalb die Atmosphäre hier abgeschieden und deutlich ruhiger ist als an großen touristischen Wasserfällen.

Etwa 50 Meter entfernt befindet sich der rund 8 Meter hohe Buchtiwez-Wasserfall. Sein Charakter ist ganz anders: Ein kräftigerer Wasserstrom stürzt zwischen steil aufragenden Schichten des Karpaten-Flysches hinab, während das Wasser weiter unten durch ein schmales, schluchtartiges Tal fließt. Gerade die Nähe der beiden Wasserfälle macht diese Route so praktisch. Bei einem Spaziergang kann man zwei unterschiedliche Formen eines Karpatenwasserfalls erleben und, wenn Zeit bleibt, das Tal weiter erkunden, in dem sich auch weitere kleinere Wasserfälle befinden.

Welche Route rund um den Schlammvulkan von Starunja sollte man wählen?

Die beste Route hängt davon ab, was Sie besonders interessiert. Bei der ersten Reise sollten Sie nicht versuchen, alle Orte an einem Tag zu verbinden. Die Entfernungen in den Karpaten täuschen oft: Einige Dutzend Kilometer auf Berg- und Nebenstraßen können deutlich mehr Zeit beanspruchen, als es bei der Planung scheint.

  • Geschichte und ein ruhiger Spaziergang: Starunja → Manyawskyj-Skita.
  • Natur: Starunja → Manyawskyj-Skita → Manyawskyj-Wasserfall.
  • Geologie und Befestigungsanlagen: Starunja → Burg Pniv → Nadwirna.
  • Maximale Zahl an Natursehenswürdigkeiten: Starunja → Buchtiwezkyj-Wasserfall → Krapelkjowyj-Wasserfall.

Gerade die Möglichkeit, so unterschiedliche Orte miteinander zu verbinden, macht Starunja in der Oblast Iwano-Frankiwsk zu einem guten Ausgangspunkt, um das weniger offensichtliche Karpatenvorland kennenzulernen. Hier endet eine touristische Reise nicht am Krater: Man muss nur weiterfahren — und schon hinter der nächsten Kurve können Klostermauern, eine alte Festung, eine Bergschlucht oder das Rauschen eines Wasserfalls mitten im Wald auftauchen.


Besuchsregeln für den Schlammvulkan Starunja und touristische Etikette

Der Schlammvulkan der Oblast Iwano-Frankiwsk kann wie ein gewöhnliches Feldstück mit kleinen Gewässern und Schlammkratern aussehen, doch es handelt sich um ein Gebiet des Naturreservatfonds. Sein Wert liegt gerade in der Bewahrung natürlicher geologischer Prozesse. Deshalb ist es beim Besuch wichtig, sich so zu verhalten, dass der Ort nach Ihrem Spaziergang im selben Zustand bleibt.

Hier müssen Sie keine komplizierten touristischen Formalitäten beachten. Die wichtigste Regel ist einfach: beobachten, fotografieren und nicht in die natürlichen Prozesse eingreifen. Prüfen Sie nicht mit einem Stock die Tiefe des Kraters und graben Sie seine Ränder nicht auf, um das Blubbern zu verstärken. Berühren Sie Öl, Sole und Schlamm nicht mit bloßen Händen, lassen Sie Kinder in der Nähe der Krater und der Bohrung nicht unbeaufsichtigt und greifen Sie nicht in die Vorgänge von Starunja ein — das, was unter Ihren Füßen geschieht, ist gerade deshalb interessant, weil es ohne menschliches Zutun geschieht.

Betreten Sie die Schlammkrater von Starunja nicht

Auch wenn ein einzelner Krater des Schlammvulkans von Starunja wie eine flache Pfütze wirkt, sollten Sie ihn nicht betreten. Unter der flüssigen oberen Schicht kann sich weicher, instabiler Boden befinden; die tatsächliche Tiefe und Dichte der Schlammmasse lassen sich optisch nicht zuverlässig bestimmen. Neben der persönlichen Sicherheit ist auch der Erhalt der geologischen Formation wichtig. Fußspuren, eine Erweiterung der Kraterränder oder das Aufwühlen des Schlamms verändern das natürliche Erscheinungsbild des aktiven Bereichs. Für ein Foto genügt es, einen sicheren Abstand einzuhalten und eine andere Perspektive zu wählen.

Nehmen Sie Schlamm, Sole, Öl und Ozokerit nicht als Souvenirs mit

Der Wunsch, etwas ungewöhnlichen Schlamm oder ein Stück Gestein mitzunehmen, ist verständlich, doch das Naturdenkmal Starunja ist kein Ort zum Sammeln natürlicher «Souvenirs». Das Entnehmen von Material aus aktiven Bereichen kann die Oberfläche beschädigen und den Zustand des Objekts allmählich verändern. Verwenden Sie den örtlichen Schlamm, die Sole oder Ölaustritte außerdem nicht für eigenständige kosmetische oder medizinische Anwendungen. Die natürliche Herkunft eines Stoffes bedeutet nicht automatisch, dass er hautverträglich ist oder nachgewiesene heilende Eigenschaften besitzt.

Beschädigen Sie Informationstafeln und touristische Wegweiser nicht

Auf dem Gebiet von Starunja stehen Informationstafeln, Wegmarkierungen und Wegweiser, die dabei helfen, den Schlammvulkan, die Ozokeritgruben und andere Objekte zu finden. Hinterlassen Sie darauf keine Aufschriften, Aufkleber oder eigenen Markierungen. Für einen wenig bekannten touristischen Ort sind solche Orientierungselemente besonders wichtig: Der nächste Reisende kann sich gerade an dem Schild orientieren, das jemand als Platz für ein Autogramm benutzt hat.

Die beste touristische Etikette in der Nähe eines aktiven Schlammvulkans lässt sich in einem Satz formulieren: Nach Ihrem Besuch sollte nicht zu erkennen sein, dass Sie hier waren. Hinterlassen Sie keinen Müll, zerstören Sie keine Krater, nehmen Sie keine natürlichen Materialien mit und schaffen Sie mit dem Auto keine neuen Wege. Starunja ist gerade wegen seiner Ursprünglichkeit interessant. Hier blubbert die Erde ohne Pumpen, Gas tritt ohne Inszenierung aus und die Landschaft wird von natürlichen Prozessen geformt. Je weniger der Mensch in dieses System eingreift, desto größer ist die Chance, dass auch kommende Generationen von Reisenden es unverändert vorfinden.


Häufige Fragen zum Schlammvulkan Starunja

Was ist der Schlammvulkan Starunja?

Der Schlammvulkan Starunja ist eine aktive geologische Formation im Karpatenvorland, an der durch kleine Krater und Risse Gase, mineralisiertes Wasser, Tonschlamm, Sole und Bestandteile von Erdöl an die Oberfläche treten. Es handelt sich nicht um einen Magmavulkan: Es gibt hier weder Lava noch einen großen Vulkanschlot. Starunja ist ein Geologisches Naturdenkmal von nationaler Bedeutung und ein einzigartiges Beispiel moderner Schlammvulkanaktivität in den Karpaten.

Ist der Vulkan Starunja aktiv?

Ja. Der Schlammvulkan von Starunja ist weiterhin aktiv: Auf seinem Gebiet gibt es Mikrokrater, aus denen Gas, Wasser und Schlammmasse austreten. Die Intensität einzelner Erscheinungen kann sich verändern, daher blubbern die verschiedenen Krater am Tag Ihres Besuchs nicht unbedingt gleich stark. Gerade diese Veränderlichkeit ist ein charakteristisches Merkmal dieses natürlichen geologischen Systems.

Wo befindet sich der Schlammvulkan Starunja?

Der Vulkan in Starunja befindet sich nahe dem Dorf Starunja in der Gemeinde Bohorodtschany, Rajon Iwano-Frankiwsk, Oblast Iwano-Frankiwsk. Die ungefähren Koordinaten des touristischen Ortes: 48.688524, 24.487669. Das Dorf ist mit dem Auto erreichbar; den Zustand der letzten lokalen und unbefestigten Straßenabschnitte sollten Sie unter Berücksichtigung des Wetters einschätzen.

Wann entstand der Schlammvulkan in Starunja?

Die heutige Aktivität des Schlammvulkans in Starunja trat im Jahr 1977 nach einem starken Erdbeben in der seismisch aktiven Vrancea-Zone in Rumänien zutage. Nach diesem Ereignis erschienen an der Oberfläche aktive Schlammkrater, aus denen Flüssigkeit, Gas und Tonmasse austraten. Die geologischen Voraussetzungen für ein solches Phänomen bestanden hier jedoch schon deutlich früher und hängen mit Erdöl-Ozokerit-Lagerstätten, unterirdischen Gewässern, Gasen und dem komplexen Aufbau der örtlichen Gesteine zusammen.

Was kann man beim Vulkan Starunja sehen?

Auf dem Gebiet können Sie aktive Mikrokrater von Starunja, Gasblasen in der Schlammmasse, Sole, Salzablagerungen, Ölaustritte und Bereiche mit ungewöhnlich gefärbtem Boden sehen. Ein weiterer interessanter Punkt ist die alte Bohrung «Nadija», aus der weiterhin Erdöl und Erdgas austreten und über der eine Gasflamme zu sehen ist. Mit der Geschichte der eiszeitlichen Fauna von Starunja ist außerdem der thematische Park der Eiszeit verbunden.

Wurden in Starunja tatsächlich ein Mammut und Wollnashörner gefunden?

Ja. Im Jahr 1907 wurden während des Abbaus in einer Ozokeritgrube in Starunja gut erhaltene Überreste eines Mammuts und eines Wollnashorns entdeckt. Im Jahr 1929 brachten weitere Untersuchungen die Funde von drei weiteren Wollnashörnern zutage. Insgesamt werden mit Starunja ein Mammut und vier Wollnashörner in Verbindung gebracht. Die besonderen Bedingungen in den salz-, bitumen- und ozokeritreichen Ablagerungen begünstigten die außergewöhnliche Erhaltung der Überreste eiszeitlicher Tiere.

Kann der Vulkan Starunja Erdbeben vorhersagen?

Zu sagen, dass der Vulkan Starunja Erdbeben zuverlässig vorhersagt, wäre übertrieben. Wissenschaftler interessieren sich für die seismische Empfindlichkeit dieses geologischen Systems sowie für Veränderungen der Gas- und unterirdischen Fluidströme unter dem Einfluss von Spannungen in der Erdkruste. Starunja ist ein vielversprechendes Gebiet für die geophysikalische Überwachung, kann heute jedoch nicht als natürliches Instrument angesehen werden, das Zeitpunkt, Ort und Stärke eines künftigen Erdbebens genau bestimmen kann.

Kann man den Schlammvulkan Starunja mit Kindern besuchen?

Ja, Starunja kann ein interessanter Familienausflugsort sein, besonders für Kinder, die sich für Natur, Vulkane und Mammuts begeistern. Gleichzeitig handelt es sich nicht um einen vollständig erschlossenen Park mit Schutzgeländern an jeder geologischen Erscheinung. Kinder müssen in der Nähe der Schlammkrater und der Bohrung «Nadija» ständig beaufsichtigt werden. Lassen Sie sie weder Öl, Schlamm oder Sole berühren noch sich dem offenen Feuer nähern.

Wie viel Zeit benötigt man für den Besuch des Vulkans Starunja?

Für eine ruhige Besichtigung des Schlammvulkans Starunja sollten Sie etwa 45–90 Minuten einplanen. Das reicht aus, um die aktiven Mikrokrater, Sole sowie Öl- und Salzaustritte anzusehen und Fotos zu machen. Wenn Sie außerdem die Bohrung «Nadija», den Park der Eiszeit besuchen und die Umgebung erkunden möchten, sollten Sie für Starunja besser einige Stunden einplanen.


Quellen und weiterführende Informationen

Bei der Vorbereitung dieses Beitrags wurden wissenschaftliche Veröffentlichungen, offizielle Quellen und aktuelle journalistische Materialien verwendet. Sie ermöglichen eine vertiefte Beschäftigung mit der Geologie von Starunja, den paläontologischen Funden, dem Schutzstatus des Gebiets und der vulkanischen Vergangenheit der Ukraine.

Wissenschaftliche und informative Quellen zum Schlammvulkan Starunja

  • Taras-Schewtschenko-Nationale-Universität Kiew — „Umweltmonitoringsystem für Naturschutzobjekte der Kategorie ‚Naturdenkmal‘“.
    Wissenschaftliche Arbeit über das Geologische Naturdenkmal „Starunja“, die Funde von Mammut und Nashörnern, die Entstehung des Schlammvulkans nach dem Erdbeben von 1977 und den Schutzstatus.
  • Taras-Schewtschenko-Nationale-Universität Kiew — «Projekt zur Eröffnung eines Parks der Eiszeit im Dorf Starunja im Karpatenvorland».
    Material zur paläontologischen Bedeutung Starunjas, zur Mammutfauna, zur Gasflamme der Bohrung «Nadija» und zur Einrichtung des Parks der Eiszeit.
  • Werchowna Rada der Ukraine — Gesetz der Ukraine «Über den Naturreservatfonds der Ukraine».
    Gesetzliche Grundlage für den Schutz von Naturdenkmälern sowie für Einschränkungen von Tätigkeiten, die zu deren Beschädigung, Degradierung oder Veränderung ihres natürlichen Zustands führen können.

Wissenschaftliche Quellen zu den alten Vulkanen der Ukraine

  • W. Manjuk, W. Sukatsch – «Präkambrianische Paläovulkane des mitteldniproischen Megablocks des Ukrainischen Schildes».
    Untersuchung des Apolloniwski-Paläovulkans und anderer alter vulkanischer Formationen des Ukrainischen Schildes. Das Alter der Metavulkanite wird auf etwa 3,168–3,080 Milliarden Jahre geschätzt.
  • «Magmatism and the geodynamics of rifting of the Pripyat-Dnieper-Donets rift, East European Platform» — Tectonophysics.
    Wissenschaftliche Untersuchung des spätdevonischen Magmatismus und der Riftbildung im Dnipro-Donez-Riftsystem.
  • «Removing a mask of alteration: Geochemistry and age of the Karadag volcanic sequence in SE Crimea» — Lithos.
    Eine moderne geochronologische und geochemische Untersuchung der vulkanischen Gesteine des Karadags. Für eine der bedeutendsten magmatischen Serien wurde ein Alter von etwa 172,8 ± 4,5 Millionen Jahren bestimmt.
  • Geologisches Journal der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine — «Der vulkanische Gürtel Vyhorlat-Hutyn des inneren Transkarpatischen Beckens (aktueller Aspekt)».
    Eine wissenschaftliche Arbeit über den Aufbau, die vulkanischen Komplexe und die Phasen des neogenen Vulkanismus in Transkarpatien.

Einige natürliche Prozesse und der Zustand der touristischen Infrastruktur können sich verändern. Vor der Reise nach Starunja empfiehlt es sich, die aktuellen lokalen Hinweise, den Straßenzustand und die Wetterbedingungen zu prüfen.


Schlammvulkan von Starunja
Geologisches Naturdenkmal
Art des Reiseziels
Aktiver Schlammvulkan · Geologisches Naturdenkmal von nationaler Bedeutung
Eintrittspreis
Eintritt frei · Für die Besichtigung des Naturziels ist keine separate Eintrittskarte erforderlich
Empfohlene Besuchszeit
Bei Tageslicht · am angenehmsten bei trockenem Wetter
Schwierigkeitsgrad der Route
Bei trockenem Wetter leicht · Nach Regen können der Boden und die Feldwege rutschig und aufgeweicht sein
Anreise mit dem Auto
Das Dorf Starunja ist mit einem Pkw erreichbar · Der Zustand der letzten örtlichen Straßenabschnitte und unbefestigten Wege hängt vom Wetter ab
Parken
In der Nähe der Krater gibt es keinen großen spezialisierten Touristenparkplatz · Das Auto lässt sich am besten auf einem befestigten, stabilen Abschnitt neben der Straße abstellen
GPS-Koordinaten
Lage
Dorf Starunja, Gemeinde Bohorodtschany, Rajon Iwano-Frankiwsk, Oblast Iwano-Frankiwsk , 77763, Ukraine
Sehenswertes
Schlamm-Mikrokrater · Austritte von Sole und Gas · Erdölaustritte · Salzablagerungen · Bohrloch «Nadija»
Für wen interessant
Für Reisende, Familien mit Kindern, Fotografen sowie Liebhaber der Geologie, der Natur und ungewöhnlicher Orte in der Ukraine

Lohnt sich ein Besuch des Schlammvulkans von Starunja?

Starunja wird als aktiver Schlammvulkan in der Ukraine wohl kaum durch seine Größe beeindrucken wie ein Karpaten-Gipfel oder ein mächtiger Wasserfall. Sein Wert liegt ganz woanders. Auf kleinem Raum lassen sich hier Prozesse beobachten, die gewöhnlich tief unter der Erde verborgen sind: Austritte von Gas, Sole, toniger Masse und Erdölbestandteilen, aktive Mikrokrater und Spuren einer komplexen geologischen Geschichte.

Besonders interessant ist Starunja, weil der heutige Vulkan in den Karpaten nur eine von mehreren Schichten dieser Geschichte darstellt. Unter der Erde wurden hier Mammuts und Wollhaarnashörner gefunden, in der Umgebung wurden Ozokerit- und Erdölvorkommen abgebaut, und das alte Bohrloch «Nadija» erinnert noch heute an die industrielle Vergangenheit des Ortes. So wird aus einem auf den ersten Blick gewöhnlichen Spaziergang eine Begegnung mit der Geologie, der Paläontologie und der Geschichte der Erschließung der Bodenschätze dieser Bergregion.

Dieser Vulkan wird neugierigen Reisenden am besten gefallen, die ungewöhnliche Naturorte lieben und bereit sind, nicht nur ein paar Fotos zu machen, sondern auch auf die Details zu achten. Hier lässt sich beobachten, wie in einem kleinen Krater Gasblasen aufsteigen, man kann Salzablagerungen betrachten, dunkle Erdölflecken entdecken und die nahezu vegetationslosen aktiven Flächen mit den grünen Wiesen ringsum vergleichen. Für Familien mit Kindern kann die Reise ebenfalls zu einer kleinen naturkundlichen Expedition werden. Die Geschichte über das Mammut von Starunja, die Wollhaarnashörner und das brennende Bohrloch ist deutlich spannender, wenn all dies mit einer realen Landschaft verbunden ist, die man mit eigenen Augen sehen kann.

Den stärksten Eindruck hinterlässt Starunja jedoch wahrscheinlich, sobald man beginnt, das Ausmaß der Zeit zu verstehen, das sich unter einem gewöhnlichen Feld verbirgt. Hier lebten vor Zehntausenden von Jahren große Tiere der Eiszeit, später legten Menschen Bergwerke an und bohrten Brunnen, und heute setzt die Erde weiterhin Gas, Wasser und Schlamm durch kleine Krater frei. Genau deshalb ist der Schlammvulkan in der Region Prykarpatien einen Besuch wert — nicht wegen spektakulärer touristischer Inszenierungen, sondern wegen seiner Authentizität. Starunja lässt buchstäblich erkennen, dass die Geschichte der Erde nicht vor Millionen von Jahren abgeschlossen wurde: Ein Teil der geologischen Prozesse dauert noch heute an und blubbert still zwischen den grünen Hügeln der Karpaten.

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